Daniela Kunkel & Das kleine WIR - Bücher, die Kinder verstehen

Zwei Buchcover von Daniela Kunkel: Ein grünes Monster mit Kindern vor der Schule und ein weiteres mit Kindern vor der 1. Klasse.

Geschrieben von

Doris Bode

Veröffentlicht am

15. Mai 2026

Inhaltsverzeichnis

Die Bücher von Daniela Kunkel verbinden klare Illustrationen mit Themen, die Kinder aus ihrem Alltag kennen: Freundschaft, Streit, Familie, Kita, Schule und das Gefühl, dazuzugehören. Genau deshalb lohnt sich ein genauer Blick auf ihre Biografie und auf die Titel, die ihren Stil prägen. Wer passende Kinderbücher für Vorlesen, Erstlesen oder Gespräche über Gefühle sucht, findet hier eine kompakte, aber gründliche Einordnung mit praktischem Nutzen.

Die wichtigsten Eckdaten zu ihrem Werk

  • Daniela Kunkel wurde 1983 am Niederrhein geboren und studierte an der FH Münster Design mit Schwerpunkt Illustration.
  • Ihr Weg führte über die Sozialpädagogik und die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen in den Kinderbuchbereich.
  • Das bekannte WIR-Motiv entstand als Abschlussarbeit und wurde zur Grundlage einer ganzen Reihe.
  • Die Bücher eignen sich besonders für Vorlesen, Gesprächsanlässe und frühe Lesestufen.
  • 2026 umfasst die Reihe neben Bilderbüchern auch Mitmach-, Rätsel- und Freundschaftstitel.

Wer Daniela Kunkel ist und warum ihre Bücher sofort verständlich sind

Daniela Kunkel wurde 1983 am Niederrhein geboren. Sie hat früh gezeichnet, später Sozialpädagogik in Köln studiert und parallel an der FH Münster Design mit Schwerpunkt Illustration gelernt. Seit 2013 arbeitet sie freiberuflich im Kinderbuchbereich und schreibt sowie illustriert viele Titel selbst.

Ich halte gerade diese Doppelrolle für einen echten Vorteil: Bild und Text folgen bei ihr demselben emotionalen Takt. Dadurch wirken Konflikte, Nähe oder Unsicherheit nicht abstrakt, sondern unmittelbar erlebbar. Kinder müssen keine theoretische Erklärung entschlüsseln, sie sehen zuerst, worum es geht, und verstehen es dann über die Geschichte. Der biografische Weg führt direkt zum nächsten Punkt, denn er erklärt, warum ihre Themen so oft aus dem Alltag von Kindern kommen.

Wie aus Sozialpädagogik ein Kinderbuchkonzept wurde

Der entscheidende biografische Schritt ist nicht nur das Studium, sondern die praktische Arbeit mit Kindern und Jugendlichen. Daraus entstand ein Blick auf Beziehungen, Gruppendynamik und Gefühle, der im Kinderbuch selten so klar zu spüren ist. Das kleine WIR war ihre Abschlussarbeit und wurde laut Carlsen von dieser sozialpädagogischen Erfahrung inspiriert.

Genau das macht den Unterschied: Die Bücher wollen nicht belehren, sondern Gespräche öffnen. Sie liefern Kindern eine Figur, an der sich soziale Themen festmachen lassen, ohne dass Erwachsene lange erklären müssen, warum etwas wichtig ist. Für Eltern und Fachkräfte ist das wertvoll, weil sich ein schwieriges Thema oft leichter besprechen lässt, wenn es zuerst als Geschichte daherkommt. Von dort ist es nur ein kleiner Schritt zu den Titeln, die diese Idee heute tragen.

Welche Bücher heute den Kern ihres Werks bilden

Die Reihe rund um das kleine WIR ist über die Jahre gewachsen und hat sich 2026 deutlich ausdifferenziert. Neben dem Original gibt es Bücher für Kindergarten, Schule, Familienphasen mit Trennung, Mitmachhefte und neue Formate für frühe Leserinnen und Leser.

Titel Geeignet für Stärke Praktischer Einsatz
Das kleine WIR ab ca. 3 Jahren Der klassische Einstieg in Freundschaft und Zusammenhalt. Vorlesen zu Hause, in der Kita oder in Gesprächsrunden.
Das kleine WIR im Kindergarten ab ca. 3 Jahren Passt sehr gut zur Eingewöhnung und zum Gruppenalltag. Für den Start in die Kita und für Themen rund ums Ankommen.
Das kleine WIR in der 1. Klasse frühe Lesestufe Große Fibelschrift und wenig Text pro Seite. Für ungeübte Leserinnen und Leser, die selbstständig lesen wollen.
Das kleine WIR | Gemeinsam durch die Trennung Familien in Veränderung Behutsamer Zugang zu einem schwierigen Thema. Als Gesprächseinstieg bei Trennung, Unsicherheit oder Umbruch.
Das kleine WIR: Mein Spiel- und Rätselbuch zum Mitmachen Aktiviert Kinder jenseits des Vorlesens. Für ruhige Beschäftigung, Vertiefung und Wiedererkennung der Figuren.
Das kleine WIR feiert Geburtstag frühe Lesestufe Alltagsnahes Thema mit leichtem Einstieg. Für Lesestart und Gespräche über Feste, Erwartungen und Gemeinschaft.

Für mich zeigt diese Entwicklung vor allem eines: Kunkel erzählt nicht nur eine Figur weiter, sondern baut ein ganzes Lesefeld um sie herum auf. Das ist redaktionell klug, weil die Bücher so je nach Situation andere Bedürfnisse abdecken können - vom Vorlesen über das Gespräch bis zum ersten eigenen Lesen. Als Nächstes lohnt sich der Blick auf die Wirkung im Alltag, denn dort zeigt sich am deutlichsten, warum die Reihe so oft empfohlen wird.

Warum das kleine WIR im Familien- und Bildungsalltag so gut funktioniert

Das Original ist ein Bilderbuch über Zusammenhalt in Familie, Kindergarten und Schule; Stiftung Lesen ordnet das Motiv ausdrücklich dem sozialen Lernen zu. Genau dort liegt die Stärke: Das WIR ist eine einfache Figur für etwas, das Kinder sonst nur schwer benennen können - Zugehörigkeit, Vertrauen, Verletzbarkeit und die Frage, wie Beziehung wieder stabil wird.

Im Alltag funktioniert das vor allem in vier Situationen:

  • bei der Eingewöhnung in Kita oder Schule, wenn alles neu und unsicher ist,
  • nach Streit, wenn Worte verletzt haben und Nähe erst wieder entstehen muss,
  • bei Familienveränderungen, etwa wenn Geschwister, Umzug oder Trennung das Gleichgewicht verschieben,
  • als Gesprächsanlass für Gruppen, die über Rücksicht, Freundschaft und Mitgefühl sprechen sollen.

Die Bücher sind dabei nicht nur nett illustriert, sondern didaktisch brauchbar, weil sie Kindern ein konkretes Bild geben, über das man sprechen kann. Das ist deutlich wirksamer als eine abstrakte Moralpredigt. Wer die Titel gezielt auswählt, bekommt also nicht nur Vorlesestoff, sondern ein Werkzeug für Gespräche - und genau darum geht es im nächsten Abschnitt.

Welche Titel je nach Alter und Anlass am meisten Sinn ergeben

Für Eltern und Fachkräfte ist die Frage selten nur, ob ein Buch schön ist. Entscheidend ist, wann es eingesetzt wird und ob es die richtige Lesehürde hat. Die folgende Auswahl hilft bei der Orientierung:

Titel Geeignet für Stärke Praktischer Einsatz
Das kleine WIR ab ca. 3 Jahren Der klassische Einstieg in Freundschaft und Zusammenhalt. Vorlesen zu Hause, in der Kita oder in Gesprächsrunden.
Das kleine WIR im Kindergarten ab ca. 3 Jahren Passt sehr gut zur Eingewöhnung und zum Gruppenalltag. Für den Start in die Kita und für Themen rund ums Ankommen.
Das kleine WIR in der 1. Klasse frühe Lesestufe Große Fibelschrift und wenig Text pro Seite. Für ungeübte Leserinnen und Leser, die selbstständig lesen wollen.
Das kleine WIR | Gemeinsam durch die Trennung Familien in Veränderung Behutsamer Zugang zu einem schwierigen Thema. Als Gesprächseinstieg bei Trennung, Unsicherheit oder Umbruch.
Das kleine WIR: Mein Spiel- und Rätselbuch zum Mitmachen Aktiviert Kinder jenseits des Vorlesens. Für ruhige Beschäftigung, Vertiefung und Wiedererkennung der Figuren.
Das kleine WIR feiert Geburtstag frühe Lesestufe Alltagsnahes Thema mit leichtem Einstieg. Für Lesestart und Gespräche über Feste, Erwartungen und Gemeinschaft.

Neben der WIR-Reihe zeigt auch der Rest ihres Werks, dass Kunkel Alltagsnähe ernst nimmt. Titel wie Ida will schlafen oder Hier kommt die Körperpolizei! machen deutlich, dass sie Themen wählt, die Kinder direkt aus ihrem Erleben kennen. Das ist hilfreich, weil gute Kinderbücher nicht alles erklären müssen, sondern oft nur den richtigen Einstieg liefern. Daraus folgt die letzte Frage: worauf sollte man beim Auswählen achten?

Worauf Eltern und pädagogische Fachkräfte bei der Auswahl achten sollten

Ich würde bei Kunkels Büchern zuerst nicht nach dem schönsten Cover schauen, sondern nach dem Anlass. Für ein Kind, das neu in der Gruppe ist, funktioniert ein anderes Buch als für ein Kind, das gerade lesen lernt oder eine Trennung verarbeitet. Diese Unterscheidung spart Frust und macht die Lektüre deutlich wirksamer.

  • Vorlesen oder selbst lesen? Bilderbücher tragen die Gefühle stärker, Lesestufe-1-Titel helfen beim selbstständigen Lesen.
  • Alltag oder Ausnahmesituation? Geburtstags-, Kita- und Schulthemen passen in den normalen Alltag, Trennungsthemen brauchen mehr Begleitung.
  • Einmal lesen oder wiederholt nutzen? Mitmach- und Rätselbücher lohnen sich besonders, wenn ein Titel länger im Einsatz bleiben soll.
  • Gespräch oder Beschäftigung? Wenn es um Austausch geht, sind Bilderbücher stärker; wenn Ruhe und Wiedererkennung wichtig sind, helfen Aktivtitel.
  • Wie belastbar ist das Thema? Bei größeren Krisen ersetzt ein Buch keine echte Unterstützung, kann aber den Einstieg ins Reden erleichtern.

Genau diese Grenzen sind wichtig: Ein Buch kann Nähe schaffen, aber es löst nicht automatisch Konflikte. Seine Stärke liegt darin, dass es Sprache für etwas bereitstellt, das Kinder schon fühlen, aber noch nicht gut ausdrücken können. Damit ergibt sich ein sinnvoller Abschlussblick auf die Titel, die ich 2026 als erstes empfehlen würde.

Welche Titel ich 2026 zuerst wählen würde

Wenn ich Familien oder Kita-Teams heute nur drei Bücher aus Kunkels Werk empfehlen dürfte, würde ich mit Das kleine WIR, Das kleine WIR im Kindergarten und Das kleine WIR in der 1. Klasse beginnen. Diese drei Titel decken Vorlesen, Gruppensituationen und den Einstieg ins eigene Lesen sauber ab. Wer ein Thema wie Trennung, Schulstart oder aktives Mitmachen vertiefen will, kann danach gezielt ergänzen - genau dafür ist die gewachsene Reihe inzwischen breit genug.

Für mich ist das der eigentliche Wert ihres Werks: Es ist nah an der Lebenswelt von Kindern, bleibt bildstark und lässt sich sehr konkret einsetzen. Wer Kinderbücher sucht, die nicht nur gut aussehen, sondern auch im Gespräch, in der Kita und beim Lesenlernen wirklich etwas leisten, findet bei Daniela Kunkel eine der verlässlichsten Stimmen im deutschsprachigen Kinderbuch.

Häufig gestellte Fragen

Daniela Kunkel ist eine deutsche Kinderbuchautorin und Illustratorin, geboren 1983. Sie studierte Design mit Schwerpunkt Illustration und Sozialpädagogik, was ihre Fähigkeit prägt, alltagsnahe Themen für Kinder verständlich aufzubereiten.

"Das kleine WIR" ist Kunkels bekannteste Buchreihe. Sie thematisiert Freundschaft, Zusammenhalt und soziale Beziehungen auf eine kindgerechte Weise, oft durch eine personifizierte "WIR"-Figur, die Gefühle und Gruppendynamiken darstellt.

Die Bücher von Daniela Kunkel richten sich hauptsächlich an Kinder ab 3 Jahren. Es gibt Titel zum Vorlesen, aber auch Bücher für frühe Lesestufen (1. Klasse) und Mitmachbücher, die verschiedene Alters- und Entwicklungsstufen abdecken.

Ihre Bücher behandeln alltägliche Themen wie Freundschaft, Streit, Familie, Kindergarten, Schule, Gefühle und Zugehörigkeit. Sie bieten kindgerechte Zugänge zu sozialen Kompetenzen und emotionaler Entwicklung.

Durch ihre sozialpädagogische Erfahrung und klare Illustrationen macht Kunkel komplexe Gefühle und soziale Dynamiken für Kinder unmittelbar erfahrbar. Die Bücher dienen als wertvolle Gesprächsanlässe für Eltern und Pädagogen, ohne belehrend zu wirken.

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Doris Bode

Doris Bode

Ich bin Doris Bode und beschäftige mich seit über einem Jahrzehnt intensiv mit Kinderliteratur, Leseförderung und Medienwelten. In dieser Zeit habe ich zahlreiche Artikel und Studien verfasst, die sich auf die Bedeutung von Leseförderung in der frühen Kindheit konzentrieren. Mein Ziel ist es, die faszinierende Welt der Kinderbücher zugänglich zu machen und Eltern sowie Pädagogen dabei zu unterstützen, die richtigen Medien für die Entwicklung junger Leser zu finden. Ich bringe eine tiefe Expertise in der Analyse von Trends und Entwicklungen im Bereich der Kinderliteratur mit. Dabei lege ich großen Wert darauf, komplexe Themen verständlich zu präsentieren und fundierte Informationen bereitzustellen. Mein Ansatz basiert auf einer objektiven Analyse und einer gründlichen Recherche, um sicherzustellen, dass die Inhalte stets aktuell und verlässlich sind. Ich engagiere mich leidenschaftlich dafür, eine vertrauenswürdige Quelle für alle zu sein, die sich für die Förderung der Lesekultur bei Kindern interessieren. Es ist mir ein Anliegen, die Neugier und das Interesse an Büchern zu wecken und damit einen Beitrag zur Bildung und Entwicklung der nächsten Generation zu leisten.

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